Viele Lernende stehen vor dem Problem, dass sie sich in der Welt der Choreografie verloren fühlen—überwältigt von komplexen Schrittabfolgen, verwirrt von widersprüchlichen
Lehrmethoden, manchmal schlicht entmutigt. Ich erinnere mich an die Geschichten von Tänzern, die nach dem Unterricht fragend im Raum standen, unsicher, wie sie aus Technik und
Ausdruck eine Einheit formen sollten. Es ist ein bisschen wie beim Versuch, ein Puzzle zu lösen, dessen Bild man nicht kennt. Solche Herausforderungen waren der Ausgangspunkt für
das, was heute ein lebendiges Zentrum für hochwertige Ausbildungsangebote in der Choreografie geworden ist. Vor über zwanzig Jahren begann alles in einem kleinen Saal mit knarrendem
Parkett. Damals kamen ein paar engagierte Pädagogen zusammen—jeder von ihnen mit einem eigenen, manchmal ungewöhnlichen Werdegang. Einige hatten an renommierten Ballettschulen
studiert, andere brachten Erfahrungen aus zeitgenössischem Tanz, Theater oder sogar Sportwissenschaft mit. Einer unserer Dozenten, ein ehemaliger Biologe, schwört bis heute darauf,
dass ein gutes Verständnis für Anatomie und Bewegungsphysiologie den Unterschied macht. Und ehrlich gesagt, das spürt man im Unterricht: Da werden mal spontan Skelettmodelle
hervorgezogen, dann wieder eigene Erfahrungen aus internationalen Tanzproduktionen eingebracht. Die Mischung aus praktischer Erfahrung und wissenschaftlicher Neugier sorgt für eine
Lernatmosphäre, die lebendig und tiefgründig ist—nicht selten werden nach dem Kurs noch eifrig Diskussionen über neue Bewegungsstudien geführt. Was besonders heraussticht, ist die
enge Verbindung zur Forschung. Regelmäßig entstehen Kooperationen mit Universitäten und medizinischen Instituten, nicht aus Prestigegründen, sondern aus echtem Interesse daran, wie
sich Bewegung auf Körper und Geist auswirkt. Ich erinnere mich gut an eine Studie, bei der Tänzer ihre Bewegungsmuster mit Sensoren aufzeichnen ließen, um die Belastung auf Gelenke
besser zu verstehen—eine Erfahrung, die bei einigen Aha-Momente auslöste. Solche wissenschaftlichen Impulse fließen direkt in die Lehrpläne ein, sodass die Teilnehmer nicht nur
Schritte lernen, sondern auch das „Warum“ dahinter begreifen. Und wenn ich mit den Teilnehmern spreche, spüre ich oft diese Mischung aus Begeisterung und Erleichterung—endlich
Antworten, endlich Klarheit, endlich ein Ort, an dem das Lernen Freude macht.